Letzten Donnerstag (31.03.2011) habe ich die Techno Classica in Essen besucht. Tolle Messe, viele Old- und Youngtimer, leide viel zu wenige Motorräder. Trotzdem ein paar Eindrücke und Bilder von der Messe.
Ein Cafe Racer (auch Café Racer, englische Schreibweise mit kleinen Anfangsbuchstaben) in Reinform ist ein zur Rennmaschine umgebautes englisches Serienmotorrad der 1960er Jahre; diese Maschinen standen ursprünglich im Mittelpunkt einer Subkultur.
Namensgebend war das Treffen der Rockers der 1960er Jahre in den Cafés der Vororte der Großstädte wie dem legendären Ace Cafe in London. Von hier aus machten die Rockers die Straßen der Umgebung unsicher, was für die damalige Jugend auch Rebellion gegen vorhandene Gesellschaftsnormen symbolisierte.
Das Motorrad war wichtigstes Szeneelement und wurde nach allen Regeln der Kunst individuell verändert und umgebaut. Was am Ende der Umbaumaßnahmen herauskam, wurde als Cafe Racer bezeichnet. Tief geduckte Maschinen mit Stummellenkern und offenen Schalldämpfern wurden bis zu Geschwindigkeiten von über 100 mph (the ton), entsprechend 160 km/h, „frisiert“ und in Straßenrennen untereinander gemessen. Die klassische Strecke für das Rennen führte vom Ace Cafe zum nächsten Kreisverkehr und wieder zurück. Diese Distanz war nach Möglichkeit zurückzulegen, ehe eine zuvor in der Jukebox angewählte Single zu Ende abgespielt war (Record Race).[1]
Vorbilder für die Umbauten der Serienmotorräder waren die damals aktuellen Rennmaschinen der Tourist Trophy auf der Isle of Man wie beispielsweise die Norton Manx. Genre-typisch sind entsprechend vor allem ein- bis dreizylindrige Motorräder englischen Fabrikats (BSA, Norton, Triumph etc.). Schnörkellose Tanks aus (poliertem) Leichtmetall, Stummellenker, ein großer Einzelscheinwerfer, serienfremde Einzelsitzbänke und demontierte Rückspiegel bilden prägnante Stilmerkmale.
Bemerkenswert waren auch Konstruktionen aus Triumph-Motoren und Norton-Rahmen, die sogenannten Tritons oder auch Norvins, bei denen Vincent-Motoren in Norton-Fahrwerke verbaut wurden.
Ab Mitte der 1970er Jahre, und nach dem Niedergang der britischen Motorradindustrie, wurde der Cafe-Racer-Stil auch von internationalen Motorradherstellern aufgegriffen.
Der Begriff Bobber bezieht sich auf den „bob“, also den kleinen Außenschwung am unteren Ende des Vorderradschutzblechs an alten Harley-Davidson-Modellen. Neben dem Motortuning war eine der ersten Modifizierungen, die ein Harley-Enthusiast in den 1940er und 50er Jahren vornahm, wenn er sein Fahrzeug leichter und damit schneller machen wollte, das originale Vorderradschutzblech nach hinten gedreht über dem Hinterrad zu montieren. Das ursprüngliche Hinterradschutzblech wurde weggelassen, das Vorderrad lief ohne Schutzblech. Solche Fahrzeuge hatten am Heck den „bob“ und hießen deshalb Bobber.
Die Modifizierungen erfolgten ursprünglich, um einerseits das Gewicht zu reduzieren und so die Fahrleistungen zu verbessern. Andererseits sollte das oft als schwerfällig oder schwülstig empfundene Aussehen verbessert werden. Es war die erste Anlehnung von Straßenmotorrädern an typisch amerikanische Rennmaschinen - in diesem Fall Boardtrack-Racer und Hillclimber. Diese Motorräder wurden zunächst als Bobber oder Bobchops bezeichnet. Der Vorgang, aus einem Motorrad einen solchen Bobber zu machen, hieß umgangssprachlich bald „Bob job“.